Saitenlage der E Gitarre
Entweder man liebt seine Gitarre und dreht die Saiten hoch bis es nicht mehr
scheppert, oder man hasst sie und lässt es sein; ein Mittelding gibt's nicht!
Mit der Saitenlage hatten die Musiker früher weniger Probleme, da wurde auch noch keine
Rücksicht auf Flitzefinger genommen, denn die Gitarren waren ab Werk mit .013 bis .056
bespannt.
"Gitarren mit einer Briefmarken-Saitenlage, nein danke, das klingt ja wie ein
Banjo." In dieser Richtung soll sich Jeff Beck geäussert haben.
Ein gewisses Mass an Scheppergeräuschen gehört allerdings auch zum Sound, vor allem bei
kräftigen Anschlägen, leise gespielte Töne sollten aber auf jeden Fall rein klingen.
Saitenlage Grundeinstellung
Bundreinheit
Eine von vielen Methoden, um die Bundreinheit einzustellen ist folgende:
Erst einmal neue Saiten aufgezogen, das ist sehr wichtig, denn eine alte Saite
angereichert mit Schmutz, ist nicht bundrein einstellbar und zudem klingt sie auch stumpf.
Also neue Saiten (Rotosound) aufziehen, stimmen, die Saitenlage nochmals kontrollieren, nötigenfalls
nachjustieren und erst wenn Saitenlage und Stimmung optimal ist, geht's los.
Ein Flageolette im 19. Bund spielen. Das Flageolette und die Saite gedrückt im 19.Bund
muss exakt die gleiche Tonhöhe ergeben. Das sieht man am besten mit einem Stimmgerät.
Wenn der gedrückte Ton höher liegt als das Flageolette, muss man die klingende Saite
verlängern, das heisst man muss die Saitenreiterschraube anziehen, dass sich der Reiter
nach aussen verschiebt, der Ton wird so tiefer. Wenn der gedrückte Ton tiefer klingt als
der Flageolette-Ton, dann muss die klingende Saitenlänge verkürzt werden, das heisst man
muss die Saitenreiterschraube lösen, dass sich der Reiter nach innen verschiebt, der Ton
wird jetzt höher. Dann neu stimmen und so weiter bis alle Saiten im 19.Bund mit dem
Flageolette übereinstimmen.
Flageolette:
Die Saite nicht auf das Griffbrett drücken, sondern nur berühren, dass im 12.Bund
der E-Saite der Ton eine Oktave höher klingt, also immer noch ein E, beziehungsweise im
19.Bund ein H, 1 1/2 Oktaven höher als die Leersaite.
Lautstärke und Leistung
Wenn Du einen unverzerrten Gitarren-Sound bei befriedigender Bühnenlautstärke willst
und mit einem kräftigen Schlagzeuger spielst, der gerne zupackt, dann wirst Du mit
15-25 Watt Probleme haben, da braucht es dann schon 50-100 Watt. Wenn man die
Lautstärke eines Drummers in Watt ausdrücken wollte rechnet man mit 60-100
Watt. Solche
Vergleiche sind natürlich immer so eine Sache. Für Rock, Blues, Country, Funk kommt das
etwa hin. Es kommt natürlich
immer auf die akkustischen Verhältnisse und die Grösse des Raumes an.
Slide-Guitar
Falls Du einmal Elmore James gehört hast und es Dich nicht mehr losgelassen hat,
ist es entweder wegen Elmore's "hochgestimmter" Art zu singen oder wegen seiner
unverkennbaren Slidegitarre. Es gibt noch andere, sehr ausdrucksstarke Slidegitarristen
wie Ry Cooder, David Lindley, Muddy Waters, Jonny Winter, Bonnie Riatt, Hank Shizzoe,
Max Lässer, Richi Köchli, Rolf LL Lüthi oder Joe Colombo.
Damit die Saiten nicht auf dem Griffbrett aufschlagen, wird die Saitenlage erhöht, indem
man einen höheren Obersattel einsetzt und zusätzlich die Stegeinlage höher
einstellt.
Dem fetteren Sound zuliebe benutzen viele Slidegitarristen Saiten gröberen Geschosses,
gerüchteweise vernimmt man da so Werte bis .014" - .062".
Gespielt wird mit einem Eisen- oder Glasrohr am Ringfinger oder
kleinen Finger der linken Hand. An der rechten Hand werden meistens Finger- und Daumenpicks
verwendet.
Es gibt natürlich jede Menge verschiedener Stimmungen. Die einfachsten sind die offene E-
bzw. die offene A-Stimmung.
E-Stimmung: E, H, E, Gis, H, E.
A-Stimmung: E. A, E, A, Cis, E.